Spitzensport und aufgefrischtes Entertainment-Programm begeistern bis zur letzten Runde

 

Die Niederländer Yoeri Havik und Wim Stroetinga sind die Sieger des 106. Berliner Sechstagerennens. Am Schlussabend verteidigten sie vor 9.000 begeisterten Zuschauern im Berliner Velodrom souverän ihre Führung, die sie bereits am zweiten Tag errungen hatten. Mit einer Runde Vorsprung gewann das Duo vor den Vorjahressiegerin und Topfavoriten Kenny de Ketele und Moreno de Pauw aus Belgien sowie ihren Landsmännern Jens Mouris und Pim Ligthart. Bestes deutsches Team wurde die Mannschaft um Nico Heßlich und Achim Burkhart auf Platz sieben.

Fünf Tage lang hatten Havik/Stroetinga die Führung inne und auch in der letzten Nacht unterstrichen sie ihre Vormachtstellung. In der einstündigen Finaljagd wurde es dennoch noch einmal knapp. Rundengewinne von den Österreichern Andreas Müller/Andreas Graf oder auch den Deutschen Leif Lampater/Maximilian Beyer sowie zahlreiche Attacken von De Ketele/De Pauw hielten das Rennen lange offen – die Niederländer konnten aber alle Angriffe parieren.

„Es ist etwas Besonderes für mich, in Berlin zu gewinnen. Mein Onkel Danny Stam war hier in der Vergangenheit auch schon erfolgreich und so freut es mich, auch hier gewonnen zu haben“, so Yoeri Havik. Und Wim Stroetinga ergänzte: „Wir hatten eine Runde Vorsprung, aber es war schwer sie zu verteidigen.“ De Ketele und de De Pauw waren als Zweite mit ihrem Ergebnis ebenfalls zufrieden: „Am Anfang lief es etwas schwer. Zudem haben uns alle beobachtet. Aber das ist nun mal so, wenn man als Favorit startet. Wir sind mit dem Resultat zufrieden“, sagte De Ketele.

Gesamtsiegerin des Ladies Cups wurde Straßen-Weltmeisterin Amalie Dideriksen. Die Dänin erwies sich klar als die beste Fahrerin hinter dem Derny und konnte in dem Teilwettbewerb eine größere Lücke zwischen sich und ihre ärgste Verfolgerin, Olympiasiegerin Katie Archibald, bringen. Im abschließenden Punktefahren verteidigte sie ihren ersten Platz und gewann am Ende mit drei Punkten Vorsprung vor der Britin. Mit Anna Knauer fuhr eine deutsche Rennfahrerin auf den dritten Platz. „Es ist ein tolles Gefühl hier zu gewinnen. Am Ende war es sehr knapp und Katie Archibald ist eine tolle Fahrerin – das macht den Sieg noch schöner“, freute sich Dideriksen.

Im Champions Sprint entschied erwartungsgemäß Maximilian Levy das Rennen für sich. Er hatte in den letzten Tagen schon einen Vorsprung auf Robert Förstemann aufgebaut, den er auch am Schlusstag im Berliner Velodrom wahrte. Neun Punkte trennten die beiden deutschen Nationalfahrer zum Schluss. Dritter wurde Keirin-Europameister Thomas Babek. „Es war ein hartes Rennen. Mit dem Schlüsselbeinbruch im Vorfeld war es sicherlich nicht leichter. Am Ende habe ich mich aber sehr gut gefühlt und bin super zufrieden. Ich gehe mit viel Euphorie in die nächsten Rennen“, so Levy.

Spannend bis zum Schluss war es im Weltpokal der Steher. Vier Fahrer kämpften noch ums Podest und theoretisch auch um den Gesamtsieg. Am Ende waren es die Europameister Stefan Schäfer und Schrittmacher Peter Bäuerlein, die mit einem beherzten Angriff wenige Runden vor Schluss nicht nur den Tagessieg davontrugen, sondern sich auch den Sieg im Weltpokal sicherten. „Es war toll, hier in Berlin zu fahren. Nach einer langen Saison mit dem EM-Titel war das noch einmal eine schöne Belohnung“, freute sich Schäfer.

Einen Erfolg verbuchten auch die Veranstalter. Mit einem neuem Entertainment- und Sport-Konzept wagte man eine komplette Neuausrichtung des Rennens – eine Änderung, die von den Zuschauern begrüßt wurde. Rund 60.000 sahen die Wettbewerbe, die junge und alte Fans gleichermaßen begeisterten. Valts Miltovics, Managing Director von Six Day Berlin, zog ein entsprechend positives Fazit: „Die sechs Tage haben gezeigt, dass unser Konzept aufging. Alle Tage waren gut besucht. Jetzt freuen wir uns schon auf das nächste Jahr.“ 2018 findet das Berliner Sechstagerennen von 25. bis 31. Januar statt.