Koch Überraschungssieger im Keirin
 

Yoeri Havik und Wim Stroetinga gehen als Führende in die Schlussnacht des 106. Berliner Sechstagerennens. Am vorletzten Abend verteidigten die Niederländer ihre Spitzenposition und gehen in den morgigen letzten Renntag mit einer Runde Vorsprung. Dahinter folgen drei Teams mit einer Runde Rückstand. Der letzte Abend von Six Day Berlin 2017 verspricht also noch eine Menge Spannung.

Während vorm Start des fünften Renntages nur Kenny de Ketele/Moreno de Pauw und Jens Mouris/Pim Ligthart lediglich eine Runde hinter den Führenden lagen, konnten Andreas Müller und Andreas Graf heute aufholen und sich in Schlagweite zum Podium bringen. Die beiden Österreicher mit dem gebürtigen Berliner Müller holten in der Großen Jagd unter frenetischem Jubel der Fans als einzige einen Rundengewinn heraus und rückten damit auch im Gesamtklassement vor. „Es schaut gut aus. 40 Punkte zu holen, um so einen Rundengewinn zu bekommen, wird schwierig, ist aber nicht unmöglich. Das Podium ist in Reichweite – das ist für morgen unser einziges Ziel“, so Graf.

Ihre Ambitionen um den Gesamtsieg unterstrichen Havik/Stroetinga heute aber auch mit dem Gesamtsieg im Derny Europapokal. Nachdem sich Havik mit seinem Schrittmacher Ron Zijlaard in der ersten Rennhälfte schon an die Spitze gesetzt hatte, vollendete Stroetinga nach dem Wechsel und ließ sich den Sieg mit einer starken Vorstellung nicht mehr nehmen.

Eine tolle Vorstellung lieferte heute auch der US-Amerikaner Nate Koch im Wettbewerb der Sprinter. Er gewann überraschend das Keirin-Rennen und dankte danach dem Publikum: „Ich hatte Glück. Ich bin an Philipp Hindes' Hinterrad geblieben und habe eineinhalb Runden vor Schluss zurückgeblickt, wir hatten ein kleines Loch, und habe dann einfach alles gegeben. Das Publikum in Berlin ist super, ich liebe es sehr, hier zu fahren“, sagte Koch nach seinem Sieg. An der Spitze der Gesamtwertung gab es derweil keiner Veränderungen, vielmehr geht Maximilian Levy mit einem recht komfortablen Vorsprung in den Schlusstag. Bei 30 Punkten auf dem Konto hat er zehn Punkte Vorsprung auf Robert Förstemann.

Spannung verspricht morgen noch der Steher-Weltpokal. Die ersten vier Gespanne trennen nur vier Punkte. Führende sind Stefan Schäfer/Peter Bäuerlein, die als Europameister als Topfavoriten gestartet sind. Dahinter folgen die punktgleichen Franz Schiewer/Gerd Gessler und Reinier Honig/Christian Dippel. Thomas Steger/Thomas Ruder haben auch noch Chancen aufs Podest.

Bei den Frauen zeichnete sich ein Zweikampf ab, Straßen-Weltmeisterin Amalie Dideriksen aus Dänemark und die britische Olympiasiegerin Katie Archibald präsentierten sich erneut als die stärksten Fahrerinnen – Dideriksen gewann das Ausscheidungsfahren und Archibald das Punktefahren. „Ich freue mich, dass ich nun führe. Es wird ein enges Finale - insbesondere mit Archibald. Uns trennen nur zwei Punkte, morgen wird also ein harter Tag. Ich werde alles versuchen, um die Führung zu verteidigen“, sagte Dideriksen. Anna Knauer ist als beste Deutsche Vierte und kämpft mit Stephanie Roorda um den dritten Podestplatz. „Es war ein schwerer Tag und ich habe leider einen Platz eingebüßt. Aufs Podium zu kommen, wird aber nicht einfach“, so Knauer.